Allgemeine und Typologische Sprachwissenschaft
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Die Allgemeine und Typologische Sprachwissenschaft ist im Sommer 2001 aus der 'Allgemeinen und Indogermanischen Sprachwissenschaft' der Ludwig-Maximilians-Universität München hervorgegangen. Die Trennung erfolgte aufgrund einer allgemeinen Umstrukturierung der Fakultät und damit verbunden der Einzelfächer, war aber auch Ausdruck der Tatsache, das das Fach 'Allgemeine Sprachwissenschaft' zunehmend ein Eigenprofil entwickelt hatte, was sich auch in der stetig steigenden Zahl der Studierenden ausdrückte (heute rund 100 Studierende im Masterstudiengang, über 10 Studierende im Promotionsstudiengang).

StreitbergDie Tradition der Allgemeinen Sprachwissenschaft an der LMU geht zurück auf das Jahr 1912, als der berühmte Indogermanist Wilhelm Streitberg (1864-1925), der erste Inhaber des Lehrstuhls am damaligen "Indogermanischen Seminar" sein Lehrangebot im Bereich "Allgemeine undVergleichende Sprachwissenschaft" verortete (zur weiteren Geschichte siehe "Vergleichende Sprachwissenschaft in München 1826 – 2001"). Bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein wurde die 'Allgemeine Sprachwissenschaft' nahezu ausschließlich vom jeweiligen Lehrstuhlinhaber des 'Sprachwissenschaftlichen Seminars' vertreten.

Das 'allgemein-sprachwissenschaftliche' Profil gewann an Schärfe, als der damalige Assistent des Lehrstuhlinhabers, Johannes Bechert (1931-1994), den Lehrbereich 'Allgemeine Sprachwissenschaft' übernahm (bis 1971). Er "begann im WS 1967/68 noch als Assistent eine ausgedehnte Unterrichtstätigkeit, die er als Universitätsdozent 1968-1971 fortsetzte. Gleich seine ersten Übungen Awarisch. Grammatik und Texte einer nordkaukasischen Sprache (WiSe 1967/68) und Transformationsgrammatik (SoSe 1968) zeigten, dass er andere Schwerpunkte legen würde: Die Allgemeine Sprachwissenschaft nahm immer größeren Raum ein im Lehrangebot und entwickelte sich zu einem eigenständigen Fach" (aus der oben zitierten Geschichte der Vergleichenden Sprachwissenschaft in München).

Hans-Jürgen SasseBecherts Aktivitäten ist es zu danken, dass die LMU 1971 eine Assistenzprofessur für 'Allgemeine Sprachwissenschaft' einrichtete, die zunächst der Nachfolger von Bechert, Hans-Jürgen Sasse (1943-2015) übernahm. Sasses Lehrtätigkeiten gaben dem Fach ein weitergehendes Profil, das jetzt besonders sprachtypologische Parameter mit einbezog. 1980 wurde Sasse zum ersten vollamtlichen Professor für 'Allgemeine Sprachwissenschaft' ernannt. Nach Sasses Weggang nach Köln übernahm Michael Job die Professur (1988-1991). In der Tradition von Bechert übernahm Job den 'kaukasistischen Blick' auf das Fach, der seither zwar nicht zentraler, aber doch höchst relevanter Bestandteil der Perspektive des Faches geworden ist. 1992 wurde der jetzige Inhaber der Professur, Wolfgang Schulze, zum Nachfolger von Michael Job ernannt.

Wolfgang SchulzeSeit 1992 hat sich das Fach 'Allgemeine Sprachwissenschaft' zu einem nahezu das gesamte Spektrum an sprachsystematischen Fragestellungen abdeckenden Fach entwickelt. Trotz einer sehr dünnen 'Personaldecke' ist es gelungen, dem Fach ein Profil zu geben, das von Sprachtypologie und nicht-indogermanischer Sprachgeschichte über die deskriptive Linguistik bis in die Domänen einer Kognitiven Linguistik und einer 'kulturbezogenen Linguistik' reicht. Das Fach wird vom Inhaber der Professur, von derzeit einem Privatdozenten und einer Reihe von Lehrbeauftragten unterrichtet.

Seit 2019 hat Eva Reinisch die Vertretung der Professur übernommen.

Zum inhaltlichen Profil des Faches vgl. die Fachbeschreibung.

Zur Geschichte der Vergleichenden Sprachwissenschaft in München 1826 – 2001.