Allgemeine und Typologische Sprachwissenschaft
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Studienfach

Die ‚Münchener‘ Allgemeine und Typologische Sprachwissenschaft (ATS) versteht sich als ein Fach der Grundlagenforschung, das von der Frage ausgeht, warum ‚die Sprachen der Welt‘ unterschiedlich sind, worin diese Unterschiede bestehen (Typologie). Analog dazu wird gefragt, was an den Sprachen gemeinsam ist (Universalien) und wie diese erklärt werden können. Diese Fragen betreffen grundsätzlich alle Dimensionen einer Sprache, vom Phonetischen über das Morphologische und Syntaktische und Lexikalische bis hin zum Sprachgebrauch und zur Situierung von Sprache in sozialen, kulturellen und geographischen Räumen. Hintergrund dieser Fragen ist auch zu verstehen, was Sprache ‚an sich‘ ist und wie sie sich einbettet in das Ensemble humaner Fähigkeiten. Damit legt die ATS vor allem folgende Erklärungsgrößen zugrunde: (a) Sprache als Resultat kognitiver Prozesse; (b) Sprache als sozial gesteuertes und kontrolliertes Kommunikationssystem; (c) Sprache als Kultur-bezogenes Symbolsystem; (d) Sprache als geschichtlich verankertes und dynamisches System; (e) Sprache als intern strukturiertes Wissenssystem. Empirisch werden sprachtypologisch orientierte Beschreibungen einzelsprachlicher Systeme ebenso zugrunde gelegt wie Sammlungen kategorialer ‚Muster‘ (e.g. grammatische Kategorien), lexikalische Daten und Textsammlungen (Korpora). Ausgehend davon, dass Sprache in all ihren Facetten ein komplexes Symbolsystem darstellt, wird grundsätzlich nach dem Verhältnis von Form und Bedeutung der beobachteten Einheiten (sprachlichen Zeichen) gefragt sowie nach der Steuerung beider Dimensionen durch die gegeben Kontexte (Sprache als Gebrauch-basiertes Wissenssystem).

 

Die inhaltlichen Aspekte der Lehre (die in den Bachelor-Studiengang ‚Allgemeine und Indogermanische Sprachwissenschaft‘ [BA-AIS] einfließen bzw. im Master-Studiengang ‚Cultural and Cognitive Linguistics‘ [MA-CCL] grundstämmig sind) können wie folgt (grob) umrissen werden (vgl. die Studienpläne zum BA-AIS und MA-CCL):

  1. Grundausbildung der Studierenden im Fach ‚Allgemeine und Typologische Sprachwissenschaft‘ (Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik, Typologie und Pragmatik).
  2. Typologisch ausgerichtete Strukturkurse, in denen die Systeme einzelner nicht-indogermanischer Sprachen aus einer allgemein-sprachwissenschaftlichen Perspektive vermittelt werden. Hier konzentrieren wir uns z.T. abwechselnd auf folgende Areale:
    a. Sprachen des Kaukasus
    b. Turksprachen
    c. Afroasiatische Sprachen
    d. Altasiatische Sprachen
    e. Sprachen Nord- und Zentralamerikas
    f. Sprachen Afrikas.
  3. In Spezialseminaren werden Einzelaspekte der unter (1) genannten Themen vertieft, e.g. 'Sprachen der Welt', Soziolinguistik, grammatische Kategorien, typologisch ausgerichtete Sprachbeschreibung, Syntaxmodelle, Sprachkontakt, Schriftgeschichte usw.
  4. Im MA-CCL werden darüber hinaus u.a. folgende Dimensionen angesprochen: Kognitive Linguistik, Cultural Linguistics, Diachrone Typologie, Geschichte grammatischer Systeme, Sprache und Kommunikation, Areallinguistik und Sprach- bzw. Grammatiktheorien.